Die korrekte Bezeichnung für den “Acrylglas” genannten Kunststoff lautet Polymethylmethacrylat, kurz PMMA. In chemischer Hinsicht handelt es sich um ein synthetisches Produkt – das bedeutet, es besteht aus verschiedenen Elementen, die mittels chemischer Prozesse zu einem neuen Stoff verbunden wurden. PMMA ist thermoplastisch, lässt sich also durch Temperaturänderungen beliebig oft verformen. Bei der Verbrennung kommt es nicht zur Tropfenbildung, auch bleiben keine Rückstände übrig. Der Kunststoff ist meist elastisch und nur eingeschränkt schlagfest, allerdings gibt es stabilere Varianten. Die Geschichte des Polymethylmethacrylats begann in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – es wurde etwa zeitgleich in Großbritannien, Spanien und Deutschland entwickelt. Die Verwendungsmöglichkeiten wurden seitdem stetig erweitert: So waren beispielsweise die ersten aus Kunststoff hergestellten Kontaktlinsen aus Acrylglas.
Aus PMMA werden heutzutage verschiedene Produkte angefertigt, die nicht zwangsläufig transparent sein müssen – auch in undurchsichtiger Form bietet der Kunststoff viele Vorteile. Im Automobilbau wird PMMA in der Regel als Abdeckung für Blinker und Leuchten verwendet, kommt aber auch bei der Verkleidung bestimmter Bauteile zum Einsatz. Aufgrund der Stabilität und der Temperaturbeständigkeit des Materials wird es auch in der Luftfahrttechnik vermehrt eingesetzt: Hier werden beispielsweise Scheiben daraus gefertigt. Forschungs-U-Boote, die in der Tiefsee extremen Druckbedingungen ausgesetzt sind, tragen häufig Druckkörper aus Acrylglas, die die Passagiere schützen und gleichzeitig einen Rundumblick ermöglichen.
Besonders beliebt ist das Acrylglas auch in der Werbetechnik. Durch die Transparenz eignet es sich sehr gut, um beleuchtete Reklametafeln herzustellen. Mittlerweile wird diese Eigenschaft oft verwendet, um Design-Akzente bei der Einrichtung von Wohn- und Geschäftsräumen zu setzen – auch Künstler greifen häufig auf Acrylglas zurück und nutzen die Formbarkeit und Transparenz des Materials für ihre Zwecke. In der Zahnmedizin hat PMMA seit jeher eine besonders hohe Bedeutung als Baustoff für Prothesen. Durch Einfärbungsprozesse entsteht die Zahnfleisch-ähnliche Farbe. Auch in transparenter Form kommt PMMA hier zum Einsatz, dann zumeist als Verbandsschiene, die weitgehend “unsichtbar” bleiben soll.
Für den Privathaushalt findet der Verbraucher im Acrylglas-Shop seines Vertrauens viele verschiedene Produkte. Beliebt sind beispielsweise Bilderrahmen aus PMMA. Der Vorteil: Sollte einmal ein Bild herunterfallen, ist das Risiko gering, dass die Scheibe splittert. Viele Menschen bevorzugen dennoch echtes Glas, um ihren Wandschmuck in Szene zu setzen. Aus modernen Küchen ist PMMA heute kaum wegzudenken: Rührschüsseln, Bestecke und Aufbewahrungsboxen sowie transparente Salz- und Pfeffermühlen werden aus dem Kunststoff angefertigt.

